RatgeberFI-Schalter löst aus
Der FI-Schalter ist der wichtigste Lebensretter im Sicherungskasten. Wenn er auslöst, hat er in der Regel einen Grund gefunden: ein Gerät, das Strom gegen Erde verliert, Feuchtigkeit in einer Steckdose oder eine alternde Leitung. Hier lesen Sie, wie der Schalter arbeitet, welche Ursachen am häufigsten sind und wie Sie den Verursacher eingrenzen, ohne sich in Gefahr zu bringen.
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FI-Schalter löst aus: Ursachen finden und richtig handeln
Lesezeit rund 5 Minuten, Stand November 2026. Akuter Notfall in Leipzig? Der Elektronotdienst-Notdienst ist unter 0341 39299789 rund um die Uhr erreichbar.
Das Wichtigste in Kürze
Lesezeit rund 5 Minuten · Stand November 2026
- Der FI-Schalter (RCD) vergleicht hin- und zurückfließenden Strom und schaltet ab, sobald die Differenz etwa 30 Milliampere übersteigt. Er schützt Menschen, nicht Leitungen.
- Die häufigsten Auslöser sind Geräte mit Heizstab, Feuchtigkeit in Außensteckdosen und Leuchten, alte Geräte mit Isolationsfehler und die Summe der Ableitströme vieler Geräte.
- Eingrenzen geht gefahrlos: alle Geräte ausstecken, FI einschalten, Geräte einzeln anstecken. Das Gerät, bei dem er fällt, ist der Verursacher.
- Löst der FI ohne angeschlossene Geräte aus oder lässt er sich nicht einschalten, liegt der Fehler in der Installation. Dann ist eine Elektrofachkraft nötig.
- Die Prüftaste regelmäßig drücken, etwa alle sechs Monate. Löst der Schalter dabei nicht aus, ist er defekt.

Was der FI-Schalter misst und wovor er schützt
Ein Fehlerstrom-Schutzschalter, nach der Norm Residual Current Device oder kurz RCD, sitzt zwischen Zähler und den Leitungsschutzschaltern der Wohnung. Er misst, wie viel Strom über den Außenleiter in die Wohnung fließt und wie viel über den Neutralleiter zurückkommt. In einer intakten Anlage sind beide Werte gleich. Fließt ein Teil des Stroms einen anderen Weg, etwa über einen Menschen, der ein defektes Gerät berührt, oder über Feuchtigkeit gegen Erde, entsteht eine Differenz. Übersteigt sie den Bemessungsfehlerstrom, in Wohnungen üblicherweise 30 Milliampere, schaltet der FI innerhalb von Sekundenbruchteilen ab.
Die Sicherungen daneben, die Leitungsschutzschalter, haben eine andere Aufgabe: Sie schützen die Leitung vor Überlast und Kurzschluss und reagieren erst bei vielfach höheren Strömen. Ein Fehlerstrom von 30 Milliampere, der für einen Menschen bereits lebensgefährlich sein kann, würde eine 16-Ampere-Sicherung nie bemerken. Deshalb verlangt die Installationsnorm DIN VDE 0100-410 für neu errichtete Anlagen seit 2007 FI-Schutz für Steckdosenstromkreise, die auch von Laien benutzt werden, seit der Ausgabe 2018 für Steckdosen bis 32 Ampere und für die Beleuchtungsstromkreise in Wohnungen.
Ältere Anlagen genießen Bestandsschutz, solange sie nicht wesentlich geändert werden. In vielen Leipziger Altbauwohnungen mit Installation aus den Siebziger- bis Neunzigerjahren gibt es deshalb nur einen FI für das Bad oder gar keinen. Eine Nachrüstung ist technisch meist unkompliziert und einer der wirksamsten Schritte für die Sicherheit im Haushalt.
Die Prüftaste mit dem „T“ simuliert einen Fehlerstrom. Drücken Sie sie regelmäßig, Hersteller und Fachverbände nennen etwa alle sechs Monate. Der Schalter muss sofort fallen. Tut er das nicht, ist er defekt und muss ersetzt werden.
Die häufigsten Gründe, warum der FI auslöst
Ein auslösender FI ist kein Defekt des Schalters, sondern meist ein Hinweis auf einen Fehler in einem Gerät oder in der Anlage. Die typischen Verursacher:
- Geräte mit Heizstab: Waschmaschine, Wäschetrockner, Geschirrspüler, Warmwasserboiler, Wasserkocher. Der Heizstab wird mit den Jahren undicht, Feuchtigkeit dringt in die Isolierung ein, und beim Aufheizen fließt ein Strom gegen Erde. Typisch: Der FI fällt einige Minuten nach dem Start, wenn das Gerät heizt.
- Feuchtigkeit außen: Regen in Außensteckdosen, Gartenleuchten, Teichpumpen oder Weihnachtsbeleuchtung. Der FI fliegt bei Nässe und hält bei Trockenheit.
- Feuchtigkeit innen: Ein Rohrbruch oder Wasserschaden, der Leitungen, Dosen oder die Verteilung erreicht. Hier ist der FI die wichtigste Schutzschicht, bevor jemand eine nasse Wand berührt.
- Alte oder beschädigte Geräte: Brüchige Kabel, ein defekter Stecker, Staub und Fett in Küchengeräten, ein Kühlschrankkompressor mit Isolationsfehler.
- Die Summe vieler Geräte: Jedes elektronische Gerät mit Netzfilter, von Computer bis Ladegerät, lässt einen winzigen Ableitstrom gegen Erde fließen. Hängen viele davon an einem FI, kann die Summe nahe an der Auslöseschwelle liegen; das Einschalten eines weiteren Geräts gibt den Ausschlag.
- Fehler in der Installation: Eine lose Klemme, ein Neutralleiter, der in einer Verteilerdose mit dem Schutzleiter Kontakt hat, eine Leitung, die beim Bohren angebohrt wurde. Solche Fehler lösen auch ohne angeschlossene Geräte aus.
- Gewitter: Überspannung durch einen Blitz in der Nähe kann den FI auslösen. Lässt er sich danach wieder einschalten und hält, ist meist nichts beschädigt.
- Der Schalter selbst: FI-Schalter altern. Löst er bei der Prüftaste nicht aus oder fällt er ohne erkennbaren Grund, kann das Bauteil verschlissen sein.
Den Verursacher eingrenzen, ohne sich in Gefahr zu bringen
Die Suche nach dem Verursacher ist der eine Teil der Fehlersuche, den Sie als Laie gefahrlos übernehmen können, weil Sie dabei nur Stecker ziehen und Schalter bedienen. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:
- Alle Geräte ausstecken, die an dem FI hängen, auch Kühlschrank, Router und Ladegeräte. Bei fest angeschlossenen Geräten wie Herd oder Durchlauferhitzer die zugehörige Sicherung ausschalten.
- FI-Schalter einschalten. Hält er, liegt der Fehler in einem Gerät. Fällt er sofort, obwohl nichts angeschlossen ist, liegt der Fehler in der Installation: Hier endet Ihre Suche, rufen Sie eine Elektrofachkraft.
- Geräte einzeln wieder anstecken und einschalten, jeweils ein bis zwei Minuten warten, bei Heizgeräten bis zur Heizphase. Das Gerät, bei dem der FI fällt, ist der Verursacher.
- Fällt der FI erst beim letzten von vielen Geräten, ist eventuell die Summe der Ableitströme das Problem. Dann hilft eine Aufteilung auf mehrere FI-Schalter, eine Aufgabe für den Fachbetrieb.
- Den Verursacher vom Netz nehmen und nicht mehr benutzen, bis er geprüft oder repariert ist. Ein Gerät mit Isolationsfehler ist ohne FI lebensgefährlich.
Nie den FI überbrücken, ausbauen oder gegen einen mit höherem Auslösestrom tauschen, damit „endlich Ruhe ist“. Der Schalter meldet einen echten Fehler. Wer ihn stilllegt, nimmt den Schutz für alle Bewohner weg.
Wann die Elektrofachkraft übernehmen muss
Alles, was über Stecker ziehen und Schalter bedienen hinausgeht, gehört in Fachhände. Die Niederspannungsanschlussverordnung lässt Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter der Hausanschlusssicherung nur durch eingetragene Installationsunternehmen zu (§ 13 NAV), und die DGUV Vorschrift 3 verlangt für Arbeitsstätten die Elektrofachkraft. Rufen Sie an, wenn:
- Der FI ohne angeschlossene Geräte auslöst oder sich gar nicht mehr einschalten lässt.
- Der FI bei der Prüftaste nicht auslöst.
- Die Auslösung nach Regen, Tauwetter oder einem Wasserschaden auftritt und Leitungen oder Dosen nass sein könnten.
- Sie den Verursacher nicht finden, der FI aber immer wieder fällt, besonders nachts oder in unregelmäßigen Abständen.
- Es schmort, knistert oder eine Steckdose ist warm oder verfärbt.
- Die Wohnung keinen oder nur einen FI für das Bad hat und Sie nachrüsten wollen.
Die Elektrofachkraft misst den Isolationswiderstand jedes Stromkreises und den tatsächlichen Auslösestrom des FI. So wird aus Vermutung ein Befund, der auf der Rechnung steht. Elektronotdienst Leipzig über Fachmann Direkt: 0341 39299789, rund um die Uhr.
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Was bedeutet FI-Schalter? FI steht für Fehlerstrom; die Norm nennt das Bauteil Fehlerstrom-Schutzschalter oder RCD. Er vergleicht den Strom, der in die Wohnung fließt, mit dem, der zurückkommt, und schaltet bei einer Differenz von etwa 30 Milliampere ab.
Warum löst der FI aus, obwohl die Sicherungen oben bleiben? Weil er etwas anderes misst. Die Sicherungen reagieren auf Überlast und Kurzschluss, also auf zu viel Strom. Der FI reagiert auf Strom, der einen falschen Weg nimmt, selbst wenn es nur wenige Milliampere sind.
Darf ich den FI einfach wieder einschalten? Einmal ja. Hält er, war es vermutlich ein vorübergehender Fehler, etwa Feuchtigkeit oder Überspannung. Fällt er sofort wieder, grenzen Sie den Verursacher ein, indem Sie alle Geräte ausstecken und einzeln wieder anschließen.
Der FI fliegt immer, wenn die Waschmaschine läuft. Ist die Maschine kaputt? Wahrscheinlich ist der Heizstab undicht geworden und lässt Strom gegen Erde abfließen. Die Maschine gehört geprüft oder repariert. Der FI funktioniert richtig.
Der FI löst nur bei Regen aus. Woran liegt das? Typisch für Feuchtigkeit in Außensteckdosen, Gartenleuchten oder Außenleitungen. Trennen Sie die Außenstromkreise und lassen Sie die Dosen und Anschlüsse von einer Elektrofachkraft abdichten oder erneuern.
Wie oft muss ich die Prüftaste drücken? Regelmäßig, Hersteller und Fachverbände nennen etwa alle sechs Monate. Der Schalter muss beim Drücken sofort auslösen. Tut er das nicht, ist er defekt und muss ersetzt werden.
Ist ein FI-Schalter in alten Wohnungen Pflicht? Für neu errichtete oder wesentlich geänderte Anlagen verlangt die Norm FI-Schutz für Steckdosen- und Beleuchtungsstromkreise. Alte Anlagen haben Bestandsschutz, eine Nachrüstung ist aber dringend zu empfehlen und meist mit überschaubarem Aufwand möglich.
Quellen und weiterführende Informationen
- elektrofachkraft.de: Leben retten mit dem FI-Schalter (RCD)
- elektrofachkraft.de: Woran liegt es, dass ständig der FI rausfliegt?
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 13 Elektrische Anlage
- DGUV Vorschrift 3: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
- Netz Leipzig GmbH: Kontakt und Störungsdienst Strom
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